Abschiedsgrußwort Bgm. Göbl

Bürgermeister Göbl

Liebe Mitbürgerinnen und Mitbürger,

nach 30 Jahren Kommunalpolitik und davon 24 Jahre als 1. Bürgermeister unserer lebens- und liebenswerten Gemeinde, geht für mich ein wichtiger Lebensabschnitt zu Ende. Da kommt man nicht umhin, zurückzuschauen und die Amtszeit noch einmal Revue passieren zu lassen - mit all ihren guten und auch weniger guten Erinnerungen. Man überlegt, was gut und richtig war und sinniert darüber, was man anders oder besser hätte machen können. Rückblickend kann ich aber nicht ohne Stolz sagen: Es war eine extrem interessante Zeit, oft strapaziös und nervenaufreibend, aber die Erfolge waren jede Anstrengung wert. Ich kann meiner Nachfolgerin Elisabeth Winklmaier-Wenzl, der ich an dieser Stelle aufs Herzlichste gratuliere, mit gutem Gewissen eine hervorragend aufgestellte Gemeinde übergeben, die allen Anforderungen der Zukunft gewachsen ist.

Einige wichtige Eckpunkte meiner Amtszeit möchte ich hier aufzeigen:

1990 wurde ich erstmals als parteiloser Kandidat in den Gemeinderat gewählt und 1996 konnte ich bei der Kommunalwahl die Stichwahl zum 1. Bürgermeister gewinnen. Die erste Amtsperiode war ich als ehrenamtlicher Bürgermeister tätig, arbeitete jedoch auch damals schon in Vollzeit für dieses Amt. In meiner 24jährigen Amtszeit wurden zusammen mit dem Gemeinderat unzählige Entscheidungen getroffen. Dazu gehören beispielsweise:

  • die Erschließung und Bebauung der Baugebiete Kastlanger, Erlbachquelle, Flurstraße, Steinbergfeld, Metzgerfeld, Am Paradeis und Dobelfeld sowie die Realisierung des nachbarschaftlichen Wohnens MARO mit einem geförderten Wohnungsangebot. Des Weiteren wurde das Gewerbegebiet am Schulfang geschaffen, eine neue Kläranlage und ein Bau- und Wertstoffhof gebaut, der Friedhof erweitert, alle Geh- und Radwege gebaut und die Versorgung der Bevölkerung mit DSL vorangetrieben.
  • die Ansiedelung einer Apotheke, Bau des Gerätehauses der Freiwilligen Feuerwehr, Kauf von drei Feuerwehrfahrzeugen, Eröffnung der Bücherei im Pfarrstadel sowie der Bau des neuen Bürgersaales, der in Kürze seiner Bestimmung übergeben werden kann.
  • die gute Versorgung unserer Kinder: Bereits 1996 wurde an der Schule eine Mittagsbetreuung angeboten. Der kirchliche Kindergarten wurde erweitert, eine Kinderkrippe gebaut, die Trägerschaft des Waldkindergartens übernommen, die Schule erweitert und mit Hort und offener Ganztagsschule ergänzt sowie die Versorgung mit warmen Mittagessen eingeführt. Es wurden Spielplätze und ein Niedrigseilgarten gebaut und das erste gemeindeeigene Ferienprogramm im Landkreis initiiert. Der Jugendschuppen und die MINT- Garage an der Bucher Schule wurden ins Leben gerufen.
  • Für die Versorgung unserer Senioren wurde das Seniorenheim gebaut und es entstanden 32 barrierefreie Wohnungen in der Gemeinde. Es wurde ein Demographie-Projekt durchgeführt, eine Seniorenbeauftrage installiert und Seniorennachmittage veranstaltet.
  • ein breites Angebot an Informationsmöglichkeiten für die Bürger/innen: Seit 1996 gibt es den Gemeindekalender und den Gemeindespiegel. Bürgerversammlungen wurden abgehalten und zu den Gemeinderatssitzungen detaillierte Berichte in der Zeitung und auf der Homepage der Gemeinde veröffentlicht.

Verschweigen möchte ich aber auch nicht das Scheitern des geplanten Nahwärmenetzes im Dobelfeld, das alle Beteiligten vor eine Zerreißprobe gestellt hat. Die Rettung dieses Vorhabens, in das die Gemeinde bereits viel Geld gesteckt hatte, brachte die Verwaltung, den Gemeinderat und mich persönlich monatelang an die Grenzen der Belastbarkeit und musste 2017 aufgegeben werden.

Für die kommenden Jahre stehen bereits neue wegweisende Projekte in den Startlöchern, wie z. B. die Bauvorhaben 1,5fach-Turnhalle, Haus der Kinder und Haus der Vereine.

Die Gemeinde und ihre Einrichtungen konnten während meiner Amtszeit, unterstützt von vielen engagierten Vereinen und Bürgern, zahlreiche Auszeichnungen einheimsen und hochkarätige Gäste empfangen. Darunter fällt auch der alles überragende Besuch unserer Bundeskanzlerin Angela Merkel, die im Jahr 2015 unsere MINT-Werkstatt an der Bucher Schule besuchte.

Gerne denke ich auch an die vielen Feste, Jubiläen und Veranstaltungen unserer Vereine und Verbände. Und wer hat unser einmalig schönes Fest „1250 Jahre Buch“ nicht noch in bester Erinnerung, das im Jahr 2009 unsere Gemeinde in einen wahren „Ausnahmezustand“ versetzte.

All die Jahre war ich sehr gerne Bürgermeister unserer Gemeinde und dieses Amt ermöglichte mir unzählige wertvolle Kontakte, die mich inspirierten, prägten und vor allem unterstützten.

So möchte ich heute Danke sagen:

  • meinen Mitarbeiterinnen und Mitarbeitern in der Verwaltung für ihre engagierte und loyale Zusammenarbeit
  • den Erzieherinnen in den gemeindlichen Einrichtungen für ihre hervorragenden pädagogischen Leistungen
  • den Mitarbeitern des Bauhofes für ihr umsichtiges Arbeiten bei der Erhaltung und Pflege der gemeindlichen Einrichtungen
  • den Mitgliedern des Gemeinderates, insbesondere dem 2. Bürgermeister, für konstruktive Diskussionen und das Mittragen der politischen Verantwortung
  • den vielen Seelsorgern und Mitarbeitern, die in unserer Kirchengemeinde tätig waren sowie dem engagierten Lehrerkollegium an unserer Schule
  • den vielen Vereinen, die ausgezeichnete ehrenamtliche Arbeit leisten, ganz besonders in der Jugendarbeit
  • den Firmen, die in unserer Gemeinde ansässig sind und vielen Menschen einen sicheren Arbeitsplatz bieten.
  • den Hilfseinrichtungen und Verbänden die sich dem Gemeinwohl verschrieben haben, wie beispielsweise den beiden Feuerwehren, der BRK-Sozialstation und dem VdK, sowie allen Menschen, die sich auf verschiedenste Art und Weise für ihre Mitbürger einsetzen
  • den Bürgerinnen und Bürgern unserer Gemeinde, die mir über vier Wahlperioden das Vertrauen geschenkt haben.

Mein besonderer Dank gilt meiner Familie, die in den 24 Jahren meiner Amtszeit viel Geduld aufbringen und in Stress-Situationen die eine oder andere schlechte Laune aushalten musste. Die familiäre Freizeitplanung musste so manches mal aufgrund eines aktuellen Gemeindegeschehens zurückstehen. Ich freue mich deshalb ganz besonders, zukünftig viel Zeit mit meiner Familie und vor allem meinen beiden Enkelkindern verbringen zu können.

Liebe Mitbürgerinnen und Mitbürger, ich wünsche uns allen, dass Buch a.Erlbach eine aufstrebende, lebens- und liebenswerte bleibt und die Bürger weiterhin couragiert und engagiert zum Wohl der Gemeinde zusammenstehen. Meiner Amtsnachfolgerin Elisabeth Winklmaier-Wenzl gratuliere ich noch einmal herzlich zur Wahl zur 1. Bürgermeisterin. Ihr und dem neuen Gemeinderat wünsche ich eine glückliche Hand, viel Freude bei der Bewältigung der bevorstehenden Aufgaben und immer ein gutes Miteinander.

Ich verabschiede mich mit den besten Wünschen für Sie alle und bleiben Sie gesund.

Ihr Franz Göbl