Wichtige Informationen zur Aufnahme von Flüchtlingen aus der Ukraine

Unterkünfte für Ukraine-Flüchtlinge

 

Die ersten Flüchtlinge aus der Ukraine sind bereits angekommen, haben bei Verwandten und Bekannten Zuflucht gesucht. Das Bayerische Innenministerium hat nun weitere Informationen veröffentlicht, wie Registrierung, Unterbringung und die Versorgung der geflohenen Menschen auf Basis des aktivierten §24 Aufenthaltsgesetz vonstattengehen soll. Deshalb informiert das Landratsamt auf diesem Weg die Betroffenen, aber auch Bürgerinnen und Bürger, die helfen wollen. Bis auf weiteres gelten aber folgende Maßgaben:

 

Einreise und Aufenthalt

Menschen aus der Ukraine (mit biometrischem Pass) können vorerst im Besucherstatus bis zu 90 Tagen in Deutschland bleiben. Wichtig ist jedoch eine Registrierung der Flüchtlinge: Dies soll unter anderem in den ANKER-Zentren, den Bearbeitungsstraßen des Bundes und der Ausländerbehörde erfolgen. So soll sichergestellt werden, dass die Verteilung der geflohenen Menschen gleichmäßig erfolgt. Im Anschluss ist eine private Wohnsitznahme der Flüchtlinge (z. B. bei Verwandten und Bekannten) ohne weiteres möglich. Die Registrierung ist auch für die Gewährung von Leistungen nach dem Asylbewerberleistungsgesetz nötig.

Die bereits angekommenen Personen müssen sich innerhalb von 90 Tagen ebenfalls im ANKER-Zentrum, den Bearbeitungsstraßen des Bundes oder der Ausländerbehörde registrieren.

Nach wie vor können ukrainische Staatsangehörige mit biometrischem Pass 90 Tage visumsfrei nach Deutschland einreisen. Die Stellung eines Asylantrags ist deshalb NICHT nötig.

 

Ukrainische Flüchtlinge - Registrierung
Schinderstraßl 19, 84030 Ergolding

Die Betroffenen werden gebeten, vorab einen Termin zu vereinbaren;
möglichst per E-Mail: ukrainehilfe@landkreis-landshut.de

Den bereits untergebrachten Geflüchteten wird bei Kontaktaufnahme ein vereinfachtes Formular zur Beantragung der Aufenthaltserlaubnis nach § 24 Abs. 1 AufenthG übersandt. Im Rahmen der anschließenden persönlichen Vorsprache (nach Terminvereinbarung, möglichst per E-Mail) wird eine Fiktionsbescheinigung nach § 81 Abs. 3 Satz 1 AufenthG ausgestellt. Diese verweist einerseits auf die Beantragung der Aufenthaltserlaubnis nach § 24 Abs. 1 AufenthG, zudem ermöglicht diese den Zugang zu Leistungen nach dem AsylbLG und zum hiesigen Arbeitsmarkt.

Die vollständige Registrierung mittels PIK erfolgt (je nach Kapazität) entweder unmittelbar im Anschluss oder wird zeitnah nachgeholt. Über die ggf. nachträgliche Registrierung werden die Betroffenen entsprechend informiert.

Diese Anmeldung berechtigt die Flüchtlinge dann auch zum Bezug von Leistungen nach dem Asylbewerberleistungsgesetz. Wenn akut weitere Leistungen (finanzielle Unterstützung, Krankenhilfe, etc.) erforderlich sind, können Fragen unter der Nummer 0871 408-2102 oder per E-Mail an sozialhilfeverwaltung@landkreis-landshut.de gestellt werden.

 

Private Unterbringung und Notunterkunft für Ukraine-Flüchtlinge vorbereitet

Die Registrierung ist ab 21. März im Ankunftszentrum in Ergolding (Schinderstraßl 19, 84030 Ergolding – ehemalige Happy Sports-Halle) möglich. Diese Erfassung muss innerhalb von 90 Tagen nach Einreise erfolgen, damit die Flüchtlinge Unterstützung nach dem Asylbewerberleistungsgesetz erhalten und auch arbeiten können.

Nachdem die erste Hallen-Einheit der geplanten Notunterkunft in Ergolding bereits bezugsfertig war, ist nun auch die zweite Halle vollständig vorbereitet, um Flüchtlingen aus der Ukraine ein Obdach zu bieten – hier können knapp 430 Personen in Vollbelegung unterkommen. In erster Linie ist das Landratsamt aber bemüht, die Flüchtlinge in dezentrale Unterkünfte oder privat angebotenem Wohnraum zu vermitteln. „Dank der großartigen Arbeit unserer Verwaltung und der großen Unterstützung der Feuerwehren und des Technischen Hilfswerks können wir kurzfristig mehreren hundert Personen eine Unterkunft bieten“, erklärt Landrat Peter Dreier.

Ergänzt durch private Wohnungsangebote, Anmietung weiterer dezentraler Unterkünfte und Übergangslösungen kann das Ausländeramt am Landratsamt Landshut in absehbarer Zeit auf knapp 1.400 Plätze zur Unterbringung von geflohenen Personen aus der Ukraine zurückgreifen.

Die ehemalige Happy Sports-Halle soll in erster Linie als Ankunftszentrum dienen, an dem die geflüchteten Personen registriert werden und sich erst einmal mit dem Nötigsten versorgen und ausruhen können. Doch angesichts der stark steigenden Anzahl an Flüchtlingen aus der Ukraine, die die Kapazitäten von zentralen Städten überfordern, wie beispielsweise München und Berlin, wird eine Zuweisung einer großen Anzahl von Personen innerhalb kurzer Zeit immer wahrscheinlicher – deshalb werden bereits jetzt alle Kapazitäten hochgefahren, um umgehend reagieren zu können.

 

Unterkünfte: Bitte beim Landratsamt melden

Menschen, die Ferienwohnungen, leerstehende Einliegerwohnungen, freie Zimmer, Pensionen oder weiter Unterkunftsmöglichkeiten zur Verfügung stellen wollen, werden gebeten, ihr Angebot an das Ausländeramt am Landratsamt Landshut zu übermitteln. Hierfür wurde eine Hotline eingerichtet unter der Nummer 0871 408-1800 oder per E-Mail an ukrainehilfe@landkreis-landshut.de. Unsere Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter kommen dann bei Bedarf auf Sie zu.

 

Sachspenden

Die Spendenbereitschaft und Solidarität ist riesig: Dennoch muss sich der Landkreis Landshut weiter auf die Schaffung von Unterbringungskapazitäten konzentrieren – eine Sammlung von Sachspenden bzw. Organisation von Transporten in die Ukraine bzw. das Grenzgebiet werden deshalb nicht durchgeführt. Der Freistaat Bayern hat eine zentrale Plattform eingerichtet, in der wichtige Informationen zu Sammlungen und Spenden gelistet sind: www.ukraine-hilfe.bayern.de

 

Sozialleistungen 

Flüchtlinge können mit diesem Formular Leistungen nach dem Asylbewerberleistungsgesetz beantragen. Der Antrag ist mit folgenden Unterlagen beim Landratsamt Landshut einzureichen:

  • Kopie der Ausweisdokumente, Fiktionsbescheinigungen oder Ankunftsnachweise
  • Angaben zu eheähnlichen Lebensgemeinschaften und ggf. Nachweis zum Familienstand (sofern vorhanden Eheurkunde, etc.), Geburtsurkunden der Kinder 
  • Einkommensnachweise (sofern vorhanden)
  • Kontoauszüge (sofern vorhanden)
  • KFZ-Scheine (sofern vorhanden)
  • Angaben über das Ausreisedatum und die Einreiseroute und evtl. Aufenthaltsberechtigungen in anderen Ländern

Grundsätzlich ist die Registrierung eine Voraussetzung für den Leistungsbezug. Sollte diese zeitnah nicht möglich sein, ist diese baldmöglichst nachzuholen und durch den Ankunftsnachweis zu belegen.

In akuten Krankheitsfällen wenden Sie sich bitte an krankenscheine@landkreis-landshut.de

Weitere Fragen können unter der Nummer 0871 408-2102 oder per E-Mail an sozialhilfeverwaltung@landkreis-landshut.de gestellt werden.

 

Familien für unbegleitete Kinder und Jugendliche

Da es denkbar ist, dass auch unbegleitete Minderjährige ohne ihre Eltern oder erziehungsberechtigte Personen aus der Ukraine im Landkreis ankommen, sucht das Jugendamt vorsorglich insbesondere auch Familien, die bereit wären, Jugendliche vorübergehend oder auf Dauer bei sich aufzunehmen. Sprachkenntnisse in Ukrainisch oder Russisch wären von Vorteil. Bitte melden Sie sich unter kreisjugendamt@landkreis-landshut.de oder Tel. 0871 408-4700. 

 

Infos im Internet

Weitere Informationen gibt es auf www.landkreis-landshut.de. Andere Hilfsangebote wie Geld- oder Sachspenden werden nicht vom Landratsamt organisiert. Bitte wenden Sie sich in diesen Fällen an die großen Hilfsorganisationen oder informieren sich auf www.ukraine-hilfe.bayern.de.

 

Freiwillige Helfer

Wer sich als Unterstützer für die Flüchtlinge einbringen will, kann sich gerne über helferkreis.ukraine@buch-am-erlbach.de melden. Es wäre gut, wenn Sie angeben, in welcher Form (Fahrdienst, Formulare ausfüllen, Arztbesuche, etc.) sie helfen wollen.